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Personensuche 123people - Pro & Contra Drucken
Freitag, 25. April 2008
Schon wieder macht ein neues Projekt von sich hören, dass jeden Surfer aber besonders jeden Webmaster aufhorchen lassen sollte. Die Rede ist von 123people, einer weiteren Personensuchmaschine. Ähnlich wie bei Yasni, werden hier diverse Informationen zu einer Person aggregiert und für jedermann freigegeben. In Sachen Datenschutz ist dies in der Tat de jure kein Problem. Nur was nutzt uns 123people? In jedem Falle eine weitere Pflichtanmeldung. Vor- und Nachteile...

Ein Yasni  'Clon' und dessen Funktion


Besser als der Betreiber 123people selbst, kann man den Sinn und Zweck von 123people nicht definieren:

"123people ist eine Personensuchmaschine, die öffentlich im Internet verfügbare Information zu Menschen findet. Ein speziell entwickeltes Suchverfahren ermöglicht es Usern, Fakten über Freunde, Bekannte oder Prominente in unterschiedlichen Internetquellen aufzuspüren. Im Suchergebnis sieht der User unterschiedlichste Daten der gesuchten Person auf einen Blick: Bilder, Videos, Telefonnummern, E-Mail Adressen, Social Network Profile, Wikipedia Resultate und vieles mehr."


123people ist also fast nichts neues. Die Besonderheit besteht darin, dass nun noch mehr Quellen angezapft werden und damit ein noch umfassenderes Bild von der jeweiligen Person entstehen soll. Telefonbücher, Web 2.0 Communities, Youtube, Bildersuche, ...

Datenschutz-Verständnis von 123people


In Sachen Datenschutz bewegt sich 123people geschickt auf einem schmalen Grad. Das sinngemäße Totschlagargument: Wir greifen nur auf schon vorhandene Daten aus Suchmaschinen und Co. zurück. Wenn ihr nicht sorgsam mit euren Daten seid, dann kann 123people nichts dafür. Und 123people muss man da absolut Recht geben. Erst jetzt, wo solche Techniken eingesetzt und angeboten werden, wird so manchem das Ausmaß seiner öffentlich gemachten Privatsphäre klar.

Im Blog von 123people wird deshalb auch behauptet: "Da sieht man mal wieder, welch wertvollen Beitrag 123people.com zum Thema “persönliche Datenspur im Netz auffinden” leisten kann …". Was nicht falsch ist, was aber auch nicht wirklich glaubwürdig rüber kommt. Schließlich ist der Sinn und Zweck von 123people sicherlich nicht, dass der Besucher seine Spuren im Netz analysieren und eliminieren kann. Wie gesagt: Eine Gratwanderung in Sachen Datenschutz. Zu neu ist diese Technologie, als dass das Thema schon vollständig diskutiert worden wäre.

Fremdbestimmte Visitenkarte ?


Auch ohne spezielle Einwilligung, erstellt 123people ein Profil zu jeder Personensuche. Dieses Profil kann dann von der "Community" nach Belieben ergänzt werden. Zu dieser Funktionalität schreibt 123people:

"Der User kann Tags (Attribute) und Kommentare, Ratings (Bewertungen), Weblinks und Bilder hinzufügen. Jeder Suchvorgang wird dadurch mit dem spezifischen Wissen der 123people.com-User aufgewertet. Die Profileinträge werden zur detaillierten und personalisierten Visitenkarten im Internet."


So werden zu jeder Personenanfrage Weblinks, Email Adressen, Bilder, Videos, Telefonnummern und eine Tag Wolke erstellt. In Kürze bekommt man einen guten Einblick in das digitale Umfeld der jeweiligen Person im Internet. Aber auch weitergehende Schlüsse sind meist möglich.

Datenschutz leicht gemacht


Nicht jedem Surfer wird es gelegen sein, dass er durch Angebote wie Yasni oder 123people nun für jedermann in Kürze analysierbar und bewertbar wird. Besonders im geschäftlichen Umfeld kann dies zum Problem werden. Deshalb ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, möglichst viele Spuren aus dem Netz zu entfernen und / oder keine zu hinterlassen. Hier helfen nur viele, verschiedene Netzidentitäten, eine große Anzahl verschiedener Email Adressen und eine Vielzahl von verschiedenen Usernamen.

Um nicht die Übersicht zu verlieren sollte man unbedingt einen Passwort Manager wie Passwort Depot 3 einsetzen. So bleibt der Verwaltungsaufwand absolut überschaubar. Zudem ermöglicht Passwort Depot 3 den Einsatz von absolut sicheren Passwörtern, welche zufallsgeneriert werden. Ich nutze Passwort Depot seit Jahren und kann mir dieses Programm nicht mehr wegdenken. Hunderte Passwörter und Usernamen werden bequem verwaltet. Jedes Passwort ist zufallsgeneriert. Grundsätzlich heißt moderner Datenschutz für den User: Verzicht und erhöhter Arbeitsaufwand. 

123people und Tools für den Datenschutz


Falls man mit der Arbeitsweise und dem Funktionsprinzip von 123people nicht einverstanden sein sollte, hilft nur eine Anmeldung bei 123people - so paradox das auch klingt. Nur so kann man die Kontrolle über die eigene 123people 'Visitenkarte' gewinnen und unnötige Probleme vermeiden. So ist es nach der Anmeldung möglich, unter 'Einstellungen' die sogenannte Berechtigungsstufe für das Hinzufügen von Daten festzulegen. In der höchsten Stufe können 123people User "nur" noch Tags und Weblinks hinzugefügt und bewertet werden. Zudem kann auch eine Berechtigungsstufe für die Sichtbarkeit der privaten Daten festgelegt werden. Auf 'hoch' sollen keine persönlichen Daten mehr für Dritte angezeigt werden.

In der Praxis sehen diese Instrumente des Datenschutzes leider noch alt aus. So kann man die Berichtigungsstufe für das Hinzufügen von Daten momentan nicht ändern. Sie bleibt auf 'gering'. Grund: Die weiteren Funktionen sind "zur Zeit noch nicht verfügbar".

Suchergebnisse aus Suchergebnissen


Unter den Profileinstellungen gibt es zudem die Möglichkeit folgende Option abzuschalten: "Suchmaschinen (google, yahoo, ...) erlauben, dein Profil aufzunehmen". Dies sollte man erwägen, denn was suchen aggregierte Suchergebnisse in einer Suchmaschine wie Google ? Eine Grundsatzdiskussion die schon mit Yasni aufkam (Suchmaschinen Spamming durch Suchergenisse in Suchergebnissen). Yasni und Co. argumentieren damit, das ihre Suchergebnisse einen deutlichen Mehrwert darstellen und damit kein Spam sind. Ebenfalls nachvollziehbar und kaum zu bezweifeln. Ein Mehrwert ist Vorhanden.

Nutzen und Gefahr einer Personensuche


In erster Linie haben Dienste wie 123people Vor- und Nachteile. Sie sind ideal geeignet für User, die sich nicht mit der Google Suche und deren vielfältigen Optionen auskennen. Denn das was 123people und Co. herausbekommen und anzeigen, kann man auch ohne diese Tools, beispielsweise mit der erweiterten Google Suche, erreichen - ohne großen Mehraufwand. Für die Allgemeinheit bieten diese Plattformen aber eine schöne Möglichkeit ohne Vorwissen interessante Informationen auf die Schnelle zu bekommen.
 
Gerade im geschäftlichen Umfeld ist dies aber mit Sicherheit ein Problem. Es ist fraglich, ob die, die mit offenen Karten spielen, immer erfolgreicher sind. Immerhin kann man mit 123people und Co. eine unbekannte Person verhältnismäßig gut und vor allem schnell profilieren.
Wer sich nicht bei 123people anmeldet oder sein Profil nicht überwacht, kann eine unerwünschte Außenwirkung seiner Person erleben. Und ist der Ruf, warum auch immer, einmal ruiniert... Da 123people und Co. aber nur auf bestehende Daten zurückgreifen, kann, mit einem gewissen Einsatz, diesen Tools die Datengrundlage leicht entzogen werden.

Fazit: 123people - eigentlich nichts richtig neues, aber gut verpackt und gut vermarktet. Das Motto muss also heißen: Vorteile maximieren, Nachteile minimieren. Dann kann der Einsatz von 123people Sinn machen. Eine Anmeldung ist leider Pflicht, um seine digitale Außenwirkung kontrollieren und bestimmen zu können. Wieder ein neuer Account und wieder ein neuer Eintrag in meinem Passwort Depot 3 :)

Kommentare
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Bruno  - Personensuche im Internet     ID:85.179.139.xxx 05-06-2008 19:54:27
Das Ergebnis von yourtraces.com (http://www.youtraces.com) zeigt beispielhaft, wie das Internet gezielt genutzt werden kann, um Informationen über Personen zu finden.
Joomla Blog   ID:217.235.156.xxx 06-06-2008 08:08:12
Hi Bruno,

vielen Dank für den interessanten Hinweis auf dein Tool! Sehr gelungen und sicherlich sehr nützlich für die ein oder andere Recherche. Auch gut zu gebrauchen, um die Verbreitung der eigenen persönlichen Daten zu überwachen. Bin gespannt, wie die Entwicklung dieses Tools weitergeht.

Viel Erfolg und danke für den Hinweis,
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