Pünktlich zur Tagesschau erreicht mich heute eine Email von Paypal. Leider keine Guthabenbenachrichtigung, sondern die Information, dass man mein Konto geschlossen habe. Nach einem Mikroschock, ausgelöst durch die etwas mißverständlich verfasste, standardisierte Paypal Email (siehe Bild), ging es auch schon ans Werk. Die Sicherheitsüberprüfung trifft jeden Paypal User irgendwann. Ist sie wirklich so "schlimm" und problematisch wie von vielen berichtet wird? Wie wird diese Konto Sperre ausgelöst? Einige Vermutungen und die Chronologie einer Paypal Sicherheitsüberprüfung. Tipps für die Praxis!
Keine Alternative zu Paypal
Der Online Payment Dienst Paypal ist der unangefochtene global Player. Es gibt nur
wenige Alternativen zu Paypal. Zudem wird Paypal durch die Integration
in Ebay Kaufabwicklungen zusätzlich gestärkt. Gerade Webmaster nutzen
Paypal für schnelle Transaktionen, auch zwischen verschiedenen
Währungsräumen. Für mich ist Paypal eines der wichtigsten Tools im Netz
geworden.
So nützlich Paypal auch ist, so viel Kritik lässt sich im Netz auch
über diesen Dienst finden. Ich habe vor einiger Zeit alle möglichen
Erfahrungsberichte über Paypal recherchiert und teilweise vernichtende
Kritik lesen können. Meistens ging es um Fälle, die mit der Sperrung
des Paypal Kontos zu tun hatten. So verloren manche User unter anderem
größere Summen bei Paypal. Wie immer sind solche Berichte
schwer einzuschätzen. Für mich gibt es keine Alternative zu Paypal und
bis jetzt hatte ich auch noch nie Probleme gehabt - trotz regelmäßiger
Nutzung.
Paypal hohe Ansprüche an die Sicherheit
Umso "spannender" wird es nun, die Sicherheitsüberprüfung eines Kontos
einmal selbst zu erleben. Paypal nimmt das Thema Sicherheit sehr ernst,
was natürlich sehr lobenswert ist. Ein Teil der Sicherheitsstrategie besteht
in der Aufdeckung von missbräuchlichen Zugriffen auf die Paypal
Plattform. Es existiert mit Sicherheit eine Art Algorithmus, welcher
ungewöhnliche Aktivitäten aufspürt und dann, im Erfolgsfall,
das entsprechende Konto automatisch sperrt.
Diese Sicherheitsüberprüfung wird fast jeder Paypal Nutzer einmal
erleben. Sie ist Teil der Paypal Plattform und wird nicht nur bei
vermutetem Kontomissbrauch, sondern auch zufällig oder nach Erreichen
eines gewissen Gesamtumsatzes ausgelöst.
Eingeschränktes Paypal Konto - Abwicklung
Die Überprüfung erfordert die aktive Teilnahme des Paypal Mitglieds. So
muss ich innerhalb von 15 Tagen einen Adressnachweis erbringen, der
eine Kopie des Personalausweises, des Einwohnermeldenachweises und
einer Strom-, Gas- oder Wasserrechnung umfasst. Nicht gerade wenig -
Datenschützer schlagen da sicher beide Hände über dem Kopf zusammen.
Nur was will man machen - erhöhte Sicherheit ist immer mit Nachteilen
verbunden.
Die Dokumente habe ich direkt eingescannt und über das Webformular an
Paypal übermittelt. Zusätzlich mussten noch das Passwort und die
Passwortfragen neu gewählt werden. Dabei wurde meine hinterlegte
Kreditkartennummer abgefragt. Eindeutiger kann man einen Nutzer kaum
identifizieren.
Die ganze Prozedur dauerte ca. 30 Minuten. Somit habe ich bereits eine
Stunde nach Eingang der Kontosperrung meinen Teil erledigt. Wer diese
Maßnahmen innerhalb von 15 Tagen nicht erfüllt, verliert sein Paypal
Konto - vermutlich inklusive Guthaben.
Auslöser der Konto Sperrung - VPN als Ursache ?
Kommen wir nun zur wichtigsten Frage, warum und wann eine solche
Sicherheitsüberprüfung auf einen zukommt. Zum einen werden zufällige
Stichproben gezogen, zum anderen erfolgt eine solche Überprüfung ab
einem gewissen Gesamtumsatz. Insbesondere aber bei vermuteten
Missbrauchsfällen. Und da wird es in meinem Falle spannend.
In der letzten Zeit habe ich die persönlichen Daten im Paypal Account
aktualisiert. Zudem nutze ich seit kurzem einen VPN Dienst, mit dem ich
deutlich sicherer im Netz unterwegs sein kann.
VPN - Nehr Sicherheit mit Virtual Private Network
Ein VPN, Virtual Private Network, ist eine Art Tunnel, der vom PC,
Handy, Laptop bis zum VPN Anbieter aufgebaut wird. Dabei bekommt der
Nutzer eine andere IP, in meinem Falle eine amerikanische IP. Der
Hauptvorteil einer VPN Verbindung liegt in der sicheren Übertragung von
Daten in unbekannten, nicht vertrauenswürdigen Netzen.
Konkretes
Beispiel: Surfen mit dem iPhone in einem offenen WLAN. Wer dort ohne
eine VPN Verbindung unterwegs ist, sendet seine Daten komplett sichtbar
für den WLAN Access Point Betreiber. Passwörter, Chat Inhalte, Emails.
Alles kann problemlos mitgelesen werden. Auch wenn man nichts zu
verbergen hat, kein wünschenswertes Szenario.
Deshalb empfiehlt es sich
VPN Verbindungen zu nutzen, falls man öffentliche WLAN Spots benutzt.
VPN Dienste sind mittlerweile absolut bezahlbar und innerhalb von
wenigen Minuten eingerichtet. Zwar verringert sich die
Surfgeschwindigkeit durch die Nutzung von VPNs, typischerweise maximal
100kb / sec, aber wie schon erwähnt hat erhöhte Sicherheit immer
auch Nachteile.
VPN und Paypal - Grund für Kontosperrung ?
Nun nutze ich also seit ein paar Tagen einen VPN Tunnel beim Surfen und
habe damit eine ausländische IP Adresse. So kommt es vor, dass ich mich
unterwegs im Paypal Account per VPN einlogge und zu Hause ohne VPN einlogge.
Paypal denkt nun sicherlich, dass hier zwei verschiedene Individuen auf
das gleiche Konto zugegriffen haben. Und zwar ein Deutscher und ein
Amerikaner. Und da schlägt der Sicherheitscheck von Paypal zu.
Ich
vermute somit schwer, das meine Nutzung des VPN zur Kontosperrung
geführt hat.
Da Paypal das Thema VPN nirgendwo konkret erwähnt, habe ich direkt eine
Anfrage an Paypal geschickt. Ich bin daher sehr gespannt, ob die
Nutzung des VPNs für die Kontosperrung verantwortlich ist. In dem Falle
wäre von einer Nutzung eines VPN bezüglich Paypals schwer abzuraten.
Dies sollte zudem deutlich kommuniziert werden, da VPN Verbindungen
immer beliebter werden.
Paypal Tipps - Risikoprävention in der Praxis
Jeder der Paypal nutzt sollte sich im Klaren sein, dass das eigene
Konto jederzeit von Paypal gesperrt werden kann. So ergibt sich schnell
eine absolut wichtige Grundregel:
Alle Zahlungseingänge sollten sofort auf das eigenen Bankkonto überwiesen werden.
In meinem Falle hat es eine Auszahlung von 70€ leider nicht geschafft und wurde von Paypal gesperrt.
Summa Summarum nimmt Paypal die Sicherheit des Systems sehr ernst, was
natürlich begrüßenswert ist. Immerhin werden nicht selten Paypal Konten
von Hackern gekarpert und missbraucht. Die vom Nutzer eingeforderten
Identitäsnachweise sind mehr als umfassend, der Prozess aber schnell
abgewickelt. Bliebt nun nur noch die Frage, wie schnell Paypal
reagiert. Ich für meinen Teil habe innerhalb einer Stunde reagiert.
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